Ich selbst bin oft hingefallen, sehr oft. Mein Willen, mein Mut und mein Vertrauen ließen mich immer einmal mehr Aufstehen als Hinfallen. Willen ist beschränkt und dem zur Folge dauerte es lange bis ich den wahren Wert und das Besondere an jedem Beginn erkannt habe.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben!“
Hermann Hesse; aus „Stufen“

Diese Worte berühren mich, bewirken Stille und vermitteln Unberührtheit für mich. Aus dem Nichts heraus lassen sich Chancen besser erkennen. Wobei aus dem nichts, dann wohl eher „aus meinem Inneren heraus“ bedeutet. Die Geschenke vom Hinfallen und eines jeden Neubeginns sind Schutz, Hilfe und Wachheit durch staunen und lieben.

In der Praxis sieht es meistens so aus: Menschen fallen hin, erlauben sich kaum ihrem Schmerz wirklich Ausdruck zu verleihen, stehen in Windeseile wieder auf, drehen sich blitzschnell nach rechts und links um, schauen kurz auch noch nach hinten. Dann sind sie froher Hoffnung, wenn das Fallen niemand gesehen hat und sie gehen weiter, als wäre nichts passiert.

Macht das Sinn??? Wieviel Selbstliebe und Achtsamkeit schenkst du dir selbst damit?

Für mich macht das Aufstehen Sinn, wenn es dich wacher, glücklicher und freier macht als vorher, wenn du dabei Schritt für Schritt mehr du selbst wirst. Hier meine Vorgehensweise:

  1. annehmen was ist
    Indem du wirklich wahrnimmst und zulässt, was gerade passiert ist, „Aha, ich bin hingefallen.“, fängst du an zu akzeptieren und zu verstehen. Du entwickeltest dein Warum, deine eigene Wahrheit zu den Ereignissen und Geschehnissen, die zum deinem Fallen geführt haben. Das kann und darf auch manchmal Aua-machen.
  2. Klarheit
    Um zu verstehen brauchst du die Kopfwelt zwischen deinen beiden Ohren. Also nicht „Krönchen richten und weiter geht es!“ In diesem Moment fokussierst du dich auf deine Klarheit. Was will ich wirklich-tatsächlich in diesem Moment? Es besteht die Möglichkeit, dass du zu dem Entschluss kommst, dass du noch eine Weile liegen bleiben magst und dich dem Zustand des hingefallen seins hingeben möchtest. Dann ist es so!
  1. deine Entscheidung treffen
    Dem Handeln Voraus gehen immer Gedanken und damit die Bewertung und Beurteilung dessen, was du als deine Realität, deine Wahrheit anerkennst. Realität ist immer individuell und nie die eines anderen. Dementsprechend kann es auch nur deine eigene Entscheidung sein, die du auf Grundlage deiner vorher gewonnenen Klarheit triffst. Liegen bleiben oder Aufstehen oder das Geschenk sehen? Vielleicht findest du einen Knopf deiner Kleidung, der beim Fallen abgerissen ist (in diesem Beispiel ist er vielleicht sehr wertvoll, weil Knöpfe der gleichen Art sehr schwer zu bekommen sind) oder einen Glücks-Cent? Hier hilft es deinen Fokus darauf zu richten konstruktiv vorwärts zu denken, nicht in der Opferhaltung zu verweilen. So dienen getroffene Entscheidungen deiner Selbstakzeptanz
  1. dein Handeln
    Denken und Handeln bedingen sich einander. Also, um es mit Worten von Doris Lessing zu sagen: „Denke falsch, wenn du willst, aber denke, um Gottes Willen nur für dich selber!“ und die Verantwortung für dein Handeln liegt bei Dir, auch immer nur bei Dir selbst! Handeln ist notwendig, um zu Ergebnisse zu gelangen und gesteckte Ziele zu erreichen. Erreichte Ziele stärken deinen Selbstwert, wenn du selbst die Verantwortung dafür übernimmst. So schließt sich der Kreis.
  1. Wenn du so vorgehst bedienst Du gleichzeitig mehrere deiner Glückfaktoren:
    Zuversicht – das Gute sehen, Entschlossenheit – den Widerständen nicht nur standhalten, sondern aufstehen, Neues wagen – Neugierde und Dankbarkeit.
  1. Wozu warten, du stirbst sowieso. aber: Hast du schon angefangen zu leben?
    Ich kenne mindestens einen, der genau auf diese eine Entscheidung wartet: dein Leben! Bereichere dein Leben mit Wachheit, Veränderung und Weiterentwicklung.

Das ist das wahrhaft Wertvolle an jedem Aufstehen, jedem Beginn und verzaubert mich immer wieder aufs Neue!

… auch Dich??? Ich wünsche es Dir von Herzen!!!

 

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