… oder: die Festrede einer stolzen Mutti zur Konfirmation ihrer Tochter

„In Vorbereitung auf diese Rede zum heutigen Anlass saß ich zunächst lange, ganz lange, gggaaaaaanzzzzz lllaaaaannngge vor einem weißen Blatt Papier, doch dann…, dann fiel mir immer wieder dieser Hof in Lönneberga mit allen seinen Bewohnern ein.

Wer kennt ihn nicht, den kleinen Michel aus…, ja aus Lönneberga, den neugierigen, flinkflötigen, 5jährigen Jungen mit der Schirmmütze aus den verfilmten Erzählungen von Astrid Lindgren? Nach Ansicht der Erwachsenen war Michel ein Frechdachs und ungehorsam, ein Querkopf sondergleichen. Ich weiß nicht wie oft er zur Strafe in den Schuppen musste, in dem er immer Holzfiguren schnitzte. Zum Schluss hatte er jedenfalls etliche Regale im Schuppen gefüllt, einem Museum, gleich, jede Figur eine Geschichte. Ihr erinnert Euch auch?

Nun ist Mara Maria, ein Mädchen, ach… ach was?, aber trotzdem: ich finde uns alle auf irgendeine Art und Weise in Lönneberga wieder. Michel, die kleine Ida – seine aufgeweckte, gutherzige Freundin, die aufrichtige, aber sehr resolute und kämpferische Oma, die vielen helfenden Hände auf dem Hof und die Dorfbewohner, den geduldigen, aber gestrengen Herrn Papa und manchmal, da entdecke ich in mir die fürsorgliche Mutter, bei der sich alle Fäden zusammenfügen zu einem starken Band, das dem Leben von Michel halt gibt, dem Leben, das geschützt werden will und sich trotzdem frei entfalten darf. … alle Beteiligten haben eins gemeinsam, sie haben Michel gern und lieben ihn. Alles so wie bei Mara Maria.

Sie darf sich entwickeln und wachsen, ihr Leben leben, ihre eigenen Weg gehen und ihre Träume festhalten. Es soll genauso sein, wie sie und die anderen Konfirmandinnen und Konfirmanden es sich in ihrem selbst gestalteten Vorstellungsgottesdienst am vergangenen Sonntag gewünscht haben: „Halte deine Träume fest“

Mir fällt noch etwas zu Michel und Lönneberga ein. Gerade in der jetzigen Zeit, Pubertät heißt sie, … glaube ich, wünsche ich mir für Mara Maria manchmal auch einen solchen Schuppen wie Michel ihn hatte. Nur zu Zwecken des zur Ruhekommen, auf sich selbst besinnen und der Dankbarkeit. Natürlich nur kurz… nach spätestens 30 Minuten würde ich sie sowieso schon heftig vermissen. Sie ist für mich zu einer Freundin und Wegbegleiterin geworden. Oft zeigt sie mir wie das Leben… einfach funktioniert und so ist sie auch meine Lehrerin. Ihr Lachen steckt an, ich weiß ich kann ihr vertrauen und wer vertraut, hat keine Angst. Ich bin dankbar, froh und stolz sie zu haben. „Ich hab´ dich lieb,… vom Himmel bis ins unendliche Universum und zurück!“ (angelehnt an ein gleichnamiges Kinderbuch).

Zur Zeit verbindet mich meine Arbeit mit Musicals. Als Detlef und ich uns erst relativ kurz kannten, haben wir eins davon besucht… „Mamma Mia“ – das Abba Musical. Das ein Titel aus diesem einmal eine ganz besondere Bedeutung in Bezug auf Mara Maria und mich haben würde, dass konnten wir beide damals noch nicht wissen, oder doch? Seitdem sie ziemlich konsequent damit anfing ihre Kinderspielsachen an Ronja weiterzugeben, solange bis nichts mehr außer die Bastelsachen für Große, das Nintendo und die Wii-Konsole da waren und… als die Barbies endgültig dem Schminkzeug wichen, geht mir oft am Morgen dieses Lied nicht mehr aus dem Kopf… – Lied: „Durch meine Finger rinnt die Zeit“ –

In diesem Lied singt Caroline Fortenbacher von ihrer Tochter, die heiraten will. Um das Heiraten geht es ja heute… noch… nicht, aber: in diesem Musical ist die Mutti von Sophie ebenfalls alleinerziehend und trotzdem nicht allein… Sophie lädt zu Ihrer Hochzeit alle ihre 3 potenziellen Väter ein, ohne das Wissen ihrer Mutter. Zum Schluss heiratet nicht die Tochter und der angehende Schwiegersohn, sondern die Mutti den leiblichen Vater von Sophie.

Tja, lieber Detlef, bei uns Zweien war es dann wohl anders herum. Aber diese junge Dame hier, die haben wir gemeinsam super gut hinbekommen! Auch in unserem Leben gab es, genau wie in Lönneberga, Auf und Abs. Aber ohne Ab kein Auf, ohne Tiefen keine Höhen, ohne Schwere keine Leichtigkeit, ohne traurig sein keine Freude und ohne weinen kein lachen.

Ich danke dir, dass es so mit uns weitergegangen ist wie es gegangen ist, dafür, dass du für Mara Maria immer nah(bar) und ein liebevoller Vater warst und bist.

Ich danke euch allen, dass ihr Heute hier seid („gekommen seid“ sollte ich jetzt besser nicht sagen, weil….. ***Hinweis auf das Gekichere von Mara Maria von wegen der Pubertät***) Ich danke Euch für die Wege, die wir mit und manchmal auch ohne, aber für Mara Maria gegangen sind und für Eure Zeit, für das Zuhören, für die Gespräche und das Mut machen, das Helfen, Unterstützen und Begleiten. Danke für die Liebe, die ihr gegeben habt. Schön, dass es euch gibt“

….. und so wie es ist, ist es gut und hat es auch bei Michel in Lönneberga zu einem guten Verlauf und Ende geführt. Das intelligente Leben, Gott, das Universum ist Liebe und meint es immer gut mit Dir.

Ich wünsche uns heute eine gute, eine sonnige gemeinsame Zeit und lasse euch zum Ende meiner Rede an einem meiner Geschenke für Mara Maria teilhaben… – Lied: „Universum“ von Ich und ich.

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